Sonnenenergie vom Gipfel der Welt

Solardächer in herausfordernden Regionen

Gebirgsregionen wie die Alpen bieten aufgrund der intensiven Sonneneinstrahlung ideale Voraussetzungen für die Solarstromgewinnung, warten aber zugleich mit logistischen und meteorologischen Hürden auf. Unser Fachbeitrag zeigt, worauf es bei der Installation von Solaranlagen in Bergregionen ankommt.

In Europa steht die DACH-Region an der Spitze der grünen Energiewende. Nach Angaben des Umweltbundesamtes stammten in Deutschland 2023 insgesamt 272 Milliarden Kilowattstunden Strom aus erneuerbaren Energien, womit 51,8 Prozent des Strombedarfs gedeckt werden konnten. Knapp Dreiviertel des erneuerbaren Stroms wurden dabei mithilfe von Windkraft und Sonnenenergie erzeugt. In der Schweiz betrug der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung im gleichen Jahr fast 64 Prozent. Nicht nur im Flachland, auch in Hochgebirgsregionen steigt die Nachfrage nach Solarenergie, sowohl öffentliche Einrichtungen als auch private und gewerbliche Bauherren möchten Solarstrom vom Dach beziehen. Hohe Energiekosten, ein zunehmendes Umweltbewusstsein und staatliche Anreize für die Nutzung erneuerbarer Energien haben zu dieser steigenden Nachfrage beigetragen. Aufgrund der stärkeren Sonneneinstrahlung in höheren Lagen bieten Gebirgsregionen solarfreundliche Bedingungen, allerdings müssen bei der Planung von Solaranlagen in solchen Regionen erhebliche Witterungseinflüsse berücksichtigt werden, etwa starker Schneefall, heftige Winde und eine intensive UV-Belastung. Dabei werden nicht nur private Hausbesitzer mit dem seit Januar 2023 in Deutschland wirksamen Mehrwertsteuer-Nullsatz für PV-Anlagen gefördert, sondern auch kommerzielle Großprojekte, die für eine zuverlässige Energieversorgung in entlegenen Gebieten wichtig sind. Diese Entwicklungen bieten Wachstumschancen in Regionen, in denen Höhenlagen und gebirgiges Terrain vorherrschen.

Robuste Solardächer für Extremwetterlagen

Bei Projekten in Gebirgslagen, in denen große Schneemengen und hohe Windlasten auftreten, ist die Wahl des richtigen BIPV-Systems (Building Integrated Photovoltaics, übersetzt: gebäudeintegriertes PV-System) von entscheidender Bedeutung. Solarziegel mit speziell entwickelten Glas-Glas-Modulen bieten eine Lösung, um den Anforderungen an Tragfähigkeit und Witterungsbeständigkeit in Gebirgsregionen gerecht zu werden. Das rautenförmige Installations-Muster der Solarziegel, inspiriert von traditionellen Schieferdächern, verleiht der Dachfläche nicht nur eine ansprechende Optik, sondern erhöht auch die Widerstandsfähigkeit gegen Wetterextreme. Diese Eigenschaften sind besonders in Kombination mit monokristallinen PERC-Zellen von Vorteil, die auch bei widrigen Bedingungen eine hohe Effizienz gewährleisten. Die Verwendung von gehärtetem Solarglas mit selbstreinigenden Oberflächen reduziert die Anhaftung von Schnee und Schmutz. Zudem sorgt die rahmenlose Konstruktion der Solarziegel dafür, dass die Module durchgehend maximaler Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. Diese Merkmale sind in Regionen mit langen, schneereichen Wintern unerlässlich, um eine ganzjährige Energieerzeugung sicherzustellen. Ein Beispiel für den erfolgreichen Einsatz solcher Systeme ist das Berglodge Restaurant Ristis in Engelberg (Schweiz), welches nur mit der Seilbahn erreichbar ist. Auf einer 650 m² großen Dachfläche des Restaurants wurden Sunstyle-Solarziegel eingebaut, die jährlich etwa 100 000 kWh Strom erzeugen. Die Solaranlage trägt zur Energieautarkie der Region bei, indem sie die Energieversorgung der klimaneutralen Brunni-Bahnen Engelberg AG unterstützt.

Logistische Herausforderungen

Eine der größten Hürden bei der Installation von Solardächern in Gebirgsregionen ist der Transport der Materialien in hochgelegene Gebiete. Die Vorfertigung von Komponenten ist hier eine sinnvolle Lösung. Durch die Lieferung modularer, leichter Materialien reduziert sich der Montageaufwand vor Ort, wodurch sich die Installationszeiten verkürzen und der Bedarf an schweren Baumaschinen minimiert wird. Die Solarziegel von Sunstyle sind für eine einfache Handhabung ausgelegt, sodass selbst ein kleines Team die Installation in schwierigem Gelände durchführen kann. Vor allem in Gebieten mit begrenztem Zugang ist es wichtig, auf lokale Partner und Installateure zu setzen, die die besonderen Bedingungen vor Ort genau kennen.

Denkmalgerechte Lösung

Besonders bei denkmalgeschützten Gebäuden oder in Landschaftsschutzgebieten gelten oft strenge Vorschriften zur Erhaltung des Erscheinungsbilds eines Gebäudes. Eine frühzeitige Abstimmung mit den zuständigen Behörden ist unerlässlich, um Genehmigungsprozesse zu beschleunigen und bauliche Anforderungen optimal umzusetzen. Die „minimalinvasive“ Installation einer PV-Anlage aus Solardachziegeln, bei der bestehende Gebäudestrukturen genutzt werden, stellt eine gute Möglichkeit der denkmalgerechten Sanierung dar, um das Landschaftsbild nicht zu stören und den Bedarf an zusätzlichen Materialien zu reduzieren. Bestimmte Solarziegel lassen sich optisch so anpassen, dass sie sich für denkmalgeschützte Projekte oder bei anspruchsvollen ästhetischen Vorgaben besonders gut eignen. Die Solarziegel von Sunstyle können dabei konventionelle Dachschindeln ersetzen und kombinieren Langlebigkeit mit modernem ­Design. Die Installation kann vereinfacht werden, während die Dachziegel selbst in herausfordernden Gebieten Witterungsbeständigkeit gewährleisten.

Lokale und nationale Nachhaltigkeitsstrategien spielen eine wichtige Rolle bei der Gestaltung von solarer Infrastruktur in abgelegenen Gebieten. Die Förderung der Solarenergie in der DACH-Region wird durch staatliche Anreize wie Steuererleichterungen, Einspeisevergütungen und Subventionen unterstützt. Allerdings muss die Nachhaltigkeit auch bereits in der Entwicklung und Produktion von Solaranlagen und Solardachziegeln berücksichtigt werden. Für Solardächer sollten recycelbare, langlebige Materialien verwendet werden, um Wartungs- und Austauschintervalle zu minimieren. Die Solardachziegel von Sunstyle sind beispielsweise vollständig recycelbar und tragen damit zur Förderung einer Kreislaufwirtschaft im Sektor der erneuerbaren Energien bei. Außerdem sind sie in einer Vielzahl an Farben und Oberflächenbeschichtungen erhältlich.

Fazit

Mit steigender Nachfrage nach erneuerbaren Energien in Bergregionen wächst auch der Bedarf an Lösungen, die den besonderen Herausforderungen in Höhenlagen gerecht werden. Solardachsysteme, die extremen Witterungsbedingungen standhalten und sich in verschiedene architektonische Konzepte integrieren lassen, erschließen das Potenzial der Solarenergie in bergigen und abgelegenen Regionen.

Autor

Axel Jetter ist Geschäftsführer der Sunstyle Germany GmbH in Stuttgart, einem Hersteller von Solardachziegeln.

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