Steinteppich statt Platten

Steinteppiche eignen sich, um Balkone und Terrassen neu zu gestalten. Doch die Verarbeitung der kleinen Marmorsteine ist mit einigen Tücken verbunden. Wir zeigen Ihnen am Beispiel einer Balkon- und Terrassensanierung in Dischingen, wie die Verarbeitung funktioniert.

Die Balkone eines Zweifamilienhauses in Dischingen hatte man schon mehrmals gefliest. Aber jedes Mal waren die Platten durch Frost und Temperaturschwankungen und eine defekte Abdichtung kaputt gegangen. Der vorhandene Belag war so undicht, dass Regenwasser teilweise durch die Balkonplatte hindurch in den Wohnraum unter den Balkonen tropfte. Der Auftraggeber hatte sein Zweifamilienhaus aus den 1960er-Jahren vermietet und suchte nun einen Fachbetrieb, der die Balkone und Terrassen dauerhaft abdichten und für einen neuen Belag sorgen konnte. Er war über die Getifix-Website an den Handwerker Marco Gayer aus Dischingen heran getreten. Zwei Balkone und eine Terrasse sollten saniert und mit Steinteppich versehen werden, zusammen über 31 m² Fläche. Die Stirnkante des Balkons verlief mit mehreren Rundungen über zwei Fassaden.

Der Hausinhaber hatte sich für einen Steinteppich mit einem schwarz-weißen „Salz-Pfeffer-Muster“ entschieden. Marco Gayer, der den Auftrag ausführte, sagt: „Mit Plattenbelägen wären wir an den Rundungen der Balkone wahrscheinlich von unserem stundenmäßigen Aufwand her gescheitert. Der gespachtelte Steinteppich war hier eine sinnvolle Alternative.“

Alten Balkonbelag anfräsen, Spachtel auftragen

„Bei den Balkonen haben wir an dem Drainrandprofil an der Vorderseite auf sechs Metern Länge auf der Rückseite kleine Segmente ausgeflext. Dann haben wir die Leiste an die Betonrundungen gedübelt“, sagt Marco Gayer, „je enger die Rundung war, desto mehr Kraft zum Biegen der Drainleiste mussten wir aufwenden – aber es gab keinen Materialbruch.“ Der alte Balkonbelag wurde angefräst und der Gefällespachtel auftragen. Danach wurde mit dem „Getifix FD Abdichtungssystem“ abgedichtet, inklusive der Einbindung der Geländerfüße. Dabei musste auf den Flächen ein Gefälle von mindestens zwei Prozent eingehalten werden.

Granulat mit Glättkelle verteilen

Als nächstes erfolgte die Spachtelarbeit. Dazu wurde das Gemisch aus Steinteppich-Granulat und Harz auf die Drainmatte geschüttet und gleichmäßig mit einer Kelle verteilt, verdichtet und geglättet. Etwa nach jedem Quadratmeter wurde kontrolliert, ob gleichmäßig und eben geglättet wurde. Denn ein Ausbessern nach dem Auftragen ist nicht möglich. Zum Schluss wurde die Balkonplatte noch an der Unterseite mit Armierungsspachtel, Gittergewebe und „Getifix-Betonfarbe BFBI“ saniert.

Gerade Flächen sind einfacher zu gestalten

Bei der Sanierung der Terrasse gestaltete sich die Arbeit insgesamt wegen der geraden Fläche wesentlich einfacher. Zunächst wurden die alten Fliesen entfernt, der Gefällespachtel aufgetragen, eine Abdichtungsfolie auf die Fläche geklebt, damit in einem Stück abgedichtet und die Drainmatten verlegt. Dann wurde auch hier der Steinteppich aufgebracht und mit der Spachtel geglättet.

Tipps zum Verarbeiten von Steinteppich

Für die Verarbeitung des Steinteppichs hat Marco Gayer einige Tipps: „Das Wetter darf nicht zu heiß sein, außerdem solle man am besten zu dritt arbeiten, damit es zügig geht: Ein Mitarbeiter mischt die Masse an, einer bringt das fertige Material zur Arbeitsfläche und einer spachtelt.“ Zudem empfiehlt der Handwerker, mehrere große Eimer bereit zu stellen. „Man kann die Eimer nicht mehrfach benutzen, da sie verharzen“, schildert Gayer seine Erfahrungen, „außerdem muss das Material sehr gut vermischt werden, damit jedes Marmorkristall mit dem Harz in Berührung kommt. Fünf Minuten Zeit sollte man sich schon für das Mischen nehmen.“ Außerdem sollten die Werkzeuge mit Glättemittel eingestrichen werden, damit das Material nicht daran kleben bleibt. Beim Spachteln ist darauf zu achten, dass frisch-in-frisch gearbeitet wird, man muss also zügig arbeiten. Denn nach 20 Minuten ist das Material nicht nur regenfest, sondern auch nicht mehr zu bearbeiten. Das Team von Marco Gayer war schnell: Insgesamt benötigten er und seine Mitarbeiter nur etwa einen Arbeitstag für die Flächen. Der Steinteppich ist gerade bei schwierigen räumlichen Gegebenheiten schneller und günstiger zu verlegen als Platten. Weitere Informationen finden Sie unter www.getifix.de/balkon-und-terrasse.

Autorin

Sabine E. Rasch unterstützt die Pressearbeit für die Firma Getifix GmbH in Bremen.

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